Tempel und Tempelarbeit

Wir alle weinten, als wir an die wundersamen Ereignisse dachten, deren Zeuge wir geworden waren, und an das, was die Kinder versprochen hatten.


Es war fünf Uhr morgens, als mein Mann und ich mit zwei unserer vier Kinder mit unserem kleinen Auto losfuhren. Der Regen klatschte auf die Windschutzscheibe, so daß man kaum die Straße sehen konnte. Doch trotz des schlechten Wetters waren wir in Hochstimmung, denn es war September 1983, und wir waren zur Weihung des Tempels in Santiago in Chile unterwegs.
Mein Mann — Ratgeber in der Bischofschaft hatte zwei Karten für den Weihungsgottesdienst in einem der großen Räume im Tempel bekommen. Igor und Perlita, unsere beiden ältesten Kinder (10 und 9 Jahre alt) durften den Gottesdienst am Fernsehschirm im nahegelegenen Gemeindehaus verfolgen.
Bruder Basualto, der andere Ratgeber in der Bischofschaft, und seine Frau fuhren ebenfalls mit. Sie wollten mit den Kindern im Gemeindehaus bleiben.
Unterwegs erzählte Schwester Basualto von einem Traum, den sie in der Nacht zuvor gehabt hatte: „Mein Mann und ich saßen mit Ihren Kindern im Gemeindehaus und warteten darauf, daß der Gottesdienst anfing. Plötzlich trat ein Türsteher auf uns zu und sagte: ,Kommen Sie bitte mit. Es gibt noch vier freie Plätze im Tempel.' Dann ging er mit uns in den Tempel und ließ uns in der ersten Reihe Platz nehmen. Mir war, als sei das gar kein Traum, sondern Wirklichkeit. Nach dem Gottesdienst schüttelten die Generalautoritäten den Anwesenden die Hand. Einer unterhielt sich auch mit Ihren Kindern.” Während wir ihr zuhörten, zog uns Frieden ins Herz. Draußen regnete es noch immer.
Der Tempel stand ruhig und majestätisch da. Wir spannten einen großen Schirm auf, brachten die Basualtos und die Kinder ins Gemeindehaus und eilten dann in den Tempel, um unsere Plätze einzunehmen. Der Weihungsgottesdienst war wunderschön, und der Heilige Geist war in reichem Maß vorhanden. Selbst heute klingt dieses Gefühl noch in mir nach. Nach dem Gottesdienst sang der Chor dem Herrn weitere Loblieder.
Mein Mann und ich verließen den Tempel und gingen zum Gemeindehaus hinüber, um unsere Kinder und die Basualtos abzuholen. Aber sie waren nirgendwo zu sehen. Besorgt erkundigten wir uns, ob jemand sie gesehen habe. Da sagte man uns: „Kurz vor Beginn des Gottesdienstes hat jemand sie zum Tempel gebracht.” Wir sahen zum Tempel hinüber — da waren sie ja, sie gingen in der Parkanlage spazieren.
Eilig liefen wir aufeinander zu. „Alles war genauso wie in meinem Traum”, rief Schwester Basualto mit Tränen in den Augen. Sie hatten sich so sehr gefreut, daß sie im Haus des Herrn sein durften. Und dann erzählten sie, wie Präsident Gordon B. Hinckley, damals Zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, auf unseren Sohn Igor zugetreten war und sich durch einen Dolmetscher mit ihm unterhalten hatte.


„Wie alt bist du, mein Junge?”, fragte Präsident Hinckley.
„Zehn”, antwortete Igor.
„Versprichst: du mir hier im Haus des Herrn, daß du später auf Mission gehen wirst, auch wenn das sehr schwierig ist ?”
„Ich verspreche es”, antwortete Igor leise.
Dann wandte sich Präsident Hinckley unserer Tochter.
„Und du, mein Mädchen, versprichst du mir, daß du rein bleibst, damit du eines Tages im Haus des Herrn die Ehe eingehen kannst?”
Schüchtern gab sie dieses Versprechen.
Wir alle weinten, als wir an die wundersamen Ereignisse dachten, deren Zeuge wir geworden waren, und an das, was die Kinder versprochen hatten.
Inzwischen sind über zehn Jahre vergangen, und Präsident Hinckley ist Präsident der Kirche geworden. Mein Mann und ich durften miterleben, wie unsere beiden Kinder den Pfeilen des Widersachers stand-gehalten und das erfüllt haben, was sie als Kinder versprochen haben. Igor hat dem Herrn in der Mission Vifla del Mar gedient, und seine Schwester Perlita hat im Santiago-Tempel mit einem ehemaligen Missionar die Ehe geschlossen — in demselben Tempel, wo sie und ihr Bruder einem Diener des Herrn ein Versprechen gegeben und miterlebt haben, wie ein Traum in Erfüllung ging.
Perla Carcia de Bravo, Mai 1996

Die Hochzeitstraße


Vor einigen Jahren zeigte mir der Eigentümer einer großen Ranch im südlichen Utah sein Anwesen. Dabei fiel mir eine lange, schmale, kurvige Schotterstraße auf. Man sagte mir, daß diese abgelegene, einsame Wüstenstraße sich einst über viele Kilometer hinweg quer durch den Süden Utahs und den Norden Arizonas gewunden habe und dann nach Süden abgebogen sei, um die Dörfer entlang des Little Colorado River miteinander zu verbinden. Diese Dörfer waren von Mormonenpionieren gegründet worden, und die besagte Straße verband sie mit der Siedlung in St. George. Sie wurde einst viel mit Pferd und Wagen befahren. Man nannte sie die „Hochzeitstraße”.

Die Pioniere brachten Opfer, um in den Tempel zu gehen
Die Hochzeitstraße wurde von Brautleuten so .genannt, die aus den Siedlungen im Norden Arizonas zum St. George-Tempel reisten, um dort die Begabung zu empfangen und für Zeit und Ewigkeit gesiegelt zu werden.
Gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts dauerte die Reise zwischen wenigen Tagen bis mehreren Wochen, je nach Wohnort der Brautleute. Die meisten unerschrockenen jungen Paare verbrachten viele Nichte entlang der Hochzeitstraße unter freien Himmel; sie schliefen meist entweder auf der Erde oder im Wagen. Die jungen Paare und ihre Familien hatten in der weiten amerikanischen Wüste, wo im Jahresdurchschnitt weniger als 20 cm Regen fällt, beträchtliche Herausforderungen zu bestehen. Manchmal hatten sie gerade das Notwendigste an Nahrung mit, und meist gab es nur abgestandenes Wasser zu trinken. Sie waren vielen Gefahren ausgesetzt — Klapperschlangen, Kojoten, Rotluchsen und Wüstenfüchsen.
Warum haben die jungen Leute wohl unter großen Opfern und verbunden mit hohen Kosten und manchmal sogar Gefahr für Leib und Leben die öde Wüste durchquert? Der leuchtendweiße St. George Tempel war der erste Tempel, der westlich des Mississippi fertiggestellt und geweiht worden war. Der Wunsch der jungen Menschen, im Tempel gesiegelt zu werden, war größer als die Angst vor den Gefahren, denen sie, wie sie wußten, während der Reise zum Tempel ausgesetzt waren.

Die Segnungen des Tempel sind wichtig

So wie damals können junge Leute auch heute Anspruch auf die Segnungen der Ewigkeit im Haus des Herrn erheben. Brigham Young hat gesagt: Diese Segnungen „braucht ihr, wenn ihr aus dem Leben scheidet, damit ihr in die Gegenwart des Vater zurückkehren und dabei an den Engeln vorüberschreiten könnt, die als Wächter aufgestellt sind, damit ihr ihnen die Schlüsselwörter nennen und die Zeichen geben könnt, die zum heiligen Priestertum gehören, und so trotz Erde und Hölle ewige Erhöhung erlangt” (in Journal of Discourses, 2:31).
Die Begabung, die im Tempel durch die Vollmacht des heiligen Priestertums erteilt wird, ist eng mit dem Grundsatz der ewigen Ehe verknüpft. Schon seit Beginn der Wiederherstellung ist uns ans Herz gelegt worden, daß die Ehe „dem Menschen von Gott verordnet” worden ist (siehe LuB 49:15). Seit der Zeit Adams ist dem Ehebund stets große Bedeutung beigemessen worden. Wir Brüder in der Kirche werden durch eine Offenbarung angewiesen: „Du sollst deine Frau von ganzem Herzen lieben und sollst an ihr festhalten und an keiner anderen.” (LuB 42:22.)
Uns Mitgliedern der Kirche ist nicht nur geboten worden, in Rechtschaffenheit die Ehe schließen, sondern auch, Kinder in die Welt zu setzen und gemäß den Lehren des Evangeliums Jesu Christi zu erziehen. Wie wir wissen, müssen die Begabung und die Zeremonie der Ehesiegelung im Haus des Herrn vollzogen werden. Es ist ein großer Segen für uns, daß es überall auf der Welt Tempel gibt, wo wir diese heiligen Handlungen für die Ewigkeit empfangen können.
Der Herr hat Joseph Smith erklärt:
„In der celestialen Herrlichkeit gibt es drei Himmel oder Grade,
und um den höchsten zu erlangen, muß man in diese Ordnung des Priestertums [nämlich den neuen und immerwährenden Bund der Ehe] eintreten.
Tut jemand das nicht, so kann er ihn nicht erlangen.” (LuB 131:1-3.)
Und weiter hat er gesagt: „Wenn ein Mann eine Frau heiratet, und zwar durch mein Wort, nämlich mein Gesetz, und durch den neuen und immerwährenden Bund, und sie werden vom heiligen Geist der Verheißung gesiegelt, und zwar durch den, der gesalbt ist und den ich zu dieser Macht und zu den Schlüsseln dieses Priestertums bestimmt habe, wird ihr Bund voll in Kraft sein, wenn sie außer der Welt sind, und sie werden an den Engeln und den Göttern, die dort hingestellt sind, vorbeigehen zu ihrer Erhöhung und Herrlichkeit in allem, wie es auf sie gesiegelt worden ist, und diese Herrlichkeit wird eine Fülle sowie ein Weiterbestand der Nachkommen sein, für immer und immer.” (LuB 132:19.)
Damit ein Bündnis – auch das Ehebündnis – in der Ewigkeit gültig ist, müssen die folgenden beiden Voraussetzungen erfüllt sein: Das Bündnis muß „geschlossen und eingegangen und vom Heiligen Geist der Verheißung gesiegelt werden" (LuB 132:7), und es muß mit der richtigen Priestertumsvollmacht geschlossen werden.

Wir müssen möglicherweise Opfer bringen, um in den Tempel zu gehen
Heute sehen sich junge Heilige der Letzten Tage großen Schwierigkeiten gegenüber. Das führt dazu, dass viele die Heirat länger als notwendig aufschieben. Manche reden sich damit heraus, sie würden gerne erst ihre Ausbildung beenden. Andere wiederum sagen, sie bräuchten erst eine sichere Stelle, ehe sie heiraten können. Und wieder andere wollen erst Sicherheit in Form eines hohen Kontostandes und leisten sich lieber eine neue Wohnung, ein neues Auto oder anderen materiellen Luxus, anstatt im Tempel zu heiraten.
Wir müssen uns fragen, ob wir der Ehesiegelung im Tempel die gleiche Bedeutung beimessen wie die Menschen, die damals auf der Hochzeitstraße fuhren. Wir fallen zwar nicht Klapperschlangen und Wölfen zum Opfer, aber vielleicht werden wir zum Opfer von Verzögerung und Doppelwertigkeit. Wir fallen zwar nicht Hunger und Erschöpfung zum Opfer, aber vielleicht werden wir zum Opfer der vorherrschenden Philosophie der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse und der gegenwärtig zu populären Einstellung: „Tu, was dir Spaß macht!"
Natürlich müssen die Heiligen der Letzten Tage, die in einem Kulturkreis leben, der es ihnen gestattet, ihren Ehepartner selbst auszuwählen, sich genug Zeit nehmen und Erfahrungen sammeln, um bei der Wahl des Ehepartners eine kluge Entscheidung zu treffen. Aber sie dürfen die Partnersuche und die Entscheidung für einen Partner nicht aus egoistischen Gründen aufschieben.
Die Eltern und die Führer müssen immer bemüht sein, den jungen Menschen einzuprägen, daß die Eheschließung ein heiliges Recht und auch eine Pflicht ist. Es ist für Mann und Frau nicht gut, wenn sie allein sind, denn keiner kann ohne den anderen das Maß seiner Erschaffung erfüllen (siehe 1 Korinther 11:11; Mose: 3:18). Die Ehe zwischen Mann und Frau ist von Gott verordnet worden, und die Fülle aller Segnungen der Ewigkeit kann man nur durch den neuen und immerwährenden Bund der Ehe empfangen.

Ratschläge von den Propheten
Die neuzeitlichen Propheten und Führer haben uns ans Herz gelegt, im Haus des Herrn zu heiraten und den Bündnissen, die wir dort eingehen, treu zu bleiben. Präsident Howard W. Hunter hat auf einer Generalkonferenz gesagt:: „Da es sich um eine Priestertumspflicht handelt, darf ein Mann unter normalen Umständen die Ehe nicht unnötig aufschieben. Brüder, der Herr hat in dieser Angelegenheit deutlich gesprochen. Es ist Ihre heilige und feierliche Pflicht, diesem Rat und den Worten der Propheten zu folgen." (Der .Stern, Januar 1995, Seite 45.) Und weiter hat er gesagt: „Ein Mann, der das Priestertum trägt, ist seiner Frau absolut treu und gibt ihr keinen Anlaß, an seiner Treue zu zweifeln. Ein Ehemann muß seine Frau von ganzem Herzen lieben und an ihr festhalten und an keiner anderen (siehe LuB 42:22—26)” (Der Stern, Januar 1995, Seite 45.)
Mit Bezug auf LuB 42:22 hat Präsident Spencer W. Kimball erklärt: „Die Wörter und keiner anderen schließen jeden anderen Menschen und alles andere aus. Der Ehepartner wird das Wichtigste im Leben des Mannes beziehungsweise der Frau, und nichts darf jemals wichtiger werden als der Ehepartner - nicht das gesellschaftliche Leben, nicht die Karriere und nicht die Politik.” (The Miracle of Forgiveness, 1969, Seite 250.)
Auch andere Propheten haben deutlich gemacht, wie wertvoll die Ehe und die Familie sind. Präsident Harold B. Lee hat gesagt „Das Wichtigste, was Sie und ich jemals im Werk des Herrn tun werden, geschieht in den eigenen vier Wänden.” (Stand Ye in Holy Places, 1974, Seite 255.)
Präsident Gordon B. Hinckley, der lebende Prophet, hat folgendes über die ewige Ehe gesagt: „Der himmlische Vater, der seine Kinder liebt, möchte nur das für sie, was sie jetzt und in der Ewigkeit glücklich macht, und es gibt kein größeres Glück als jenes, das in der wichtigsten zwischenmenschlichen Beziehung zu finden ist, nämlich in der Gemeinschaft von Mann und Frau und Eltern und Kindern....
Die Ehe ist aber ein Bund, der durch Vollmacht gesiegelt wurde. Wenn es sich bei dieser Vollmacht nur um staatliche Befugnis gehandelt hat, so gilt die Ehe auch nur so lange,
wie die staatliche Befugnis gilt, und diese endet mit dem Tod. Wenn aber zur staatlichen Befugnis die Macht der Begabung von dem der den Tod überwunden hat, hinzukommt, dann wird diese Gemeinschaft über das Grab hinaus bestehen, sofern beide Ehepartner so gelebt haben, daß sie dieser Verheißung würdig sind” (Be Thou an Example, 1981, Seite 136 f.)
Die Mormonenpioniere mußten viele Opfer bringen und viel Willenskraft, Entschlossenheit und Beharrlichkeit an den Tag legen, um die Reise zum heiligen Tempel des Herrn in St. George zu schallen. Ähnliches gilt auch heute. Nur wenn wir willens sind, die Opfer Zu bringen, die notwendig sind, um der Siegelung im Tempel einen wichtigen Stellenwert im Leben einzuräumen, können auch wir uns der Segnungen erfreuen, derer sich die Heiligen der Letzten Tage erfreut haben, die vor mehr als hundert Jahren auf der Hochzeitstraße fuhren - und die nach dem Ende ihrer Reise ein würdiges Leben führten, so daß der Heilige Geist der Verheißung die heiligen Bündnisse siegeln konnte, die sie im Haus des Herrn geschlossen hatten.
Elder David E.Sorensenvon den Siebzigern, Oktober 1997

Die Tempelehe, auf die ich gewartet habe

Als ich vor mehreren Jahren mein Studium an der Brigham-Young-Universität abgeschlossen hatte, fühlte ich mich vom Geist bewegt, in meine Heimatstadt Sanford im Bundesstaat Maine im Nordosten der Vereinigten Staaten zurückzukehren. Eigentlich wollte ich nicht dorthin zurück. Ich war inzwischen 27 Jahre alt, ledig und mir über meine erfolgversprechendsten Ziele im klaren: Heirat, Weiterverfolgung meiner Ausbildung oder Karriere als Journalistin. Und ich glaubte nicht daran, daß ich auch nur eins dieser Ziele in Maine verwirklichen könnte.
Doch trotz meiner Bedenken kehrte ich nach Hause zurück, weil ich spürte, daß der Herr mich dort haben wollte, und hoffte, er werde mir hei meinen Plänen helfen. Obwohl es mit der Wirtschaft schlecht bestellt war, fand ich eine Stelle als Reporterin bei einer Wochenzeitung.
Ich dankte dem Herrn beim Beten dafür, daß ich so schnell eine gute Stelle gefunden hatte.
Doch obwohl ich meine berufliche Laufbahn nun begonnen hatte, dachte ich weiter an mein anderes Ziel, nämlich das Heiraten. Weil ich schon mein ganzes Leben lang zur Kirche gehörte, war mir während meiner Teenagerjahre immer wieder deutlich gemacht worden, wie wichtig die ewige Ehe ist. Und ich habe auch nie etwas anderes als die Tempelehe in Betracht gezogen.
Und doch hatte ich vier Jahre an der Brigham-Young-Universität verbracht, wo viele tausend junge Mitglieder ihren Gefährten bzw. ihre Gefährtin für die Ewigkeit finden, ohne jemals einen Heiratsantrag bekommen zu haben.
In Maine dagegen hatte ich mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen: dort gab es ganz einfach kaum männliche Heilige der Letzten Tage. Ich fing an, mit einem jungen Mann namens James auszugehen, der nicht in der Kirche aktiv war. Als ich merkte, daß er noch ein Zeugnis von Jesus Christus und vom Evangelium besaß, begann ich zu hoffen, er werde in die Kirche zurückkehren. Ich betete oft darum, daß der Herr ihm dabei helfen möge.
Als ich anfing, mich in James zu verlieben, begann ich, inbrünstiger zu beten. James fing an, regelmäßig zur Kirche zu gehen, aber ein Jahr später hatte er noch immer mit dem Wort der Weisheit zu kämpfen. Er bat mich mehrmals, ihn zu heiraten, aber ich wollte ihm mein Jawort unter diesen Umständen nicht geben. Trotzdem entwickelte sich in mir das Gefühl, daß James der Richtige für mich war.

Schließlich wurde mir bewußt, daß ich die Entscheidung nicht immer wieder hinausschieben konnte. Ich liebte James und glaubte daran, daß der Herr mit unserer Verbindung einverstanden war. Deshalb, stimmte ich einer standesamtlichen Trauung unter der Maßgabe zu, daß wir uns bemühen würden, später im Tempel gesiegelt zu werden. Das war eine zweischneidige Entscheidung: einerseits liebte ich James, doch andererseits fiel es mir schwer, mich mit dem Gedanken anzufreunden, daß wir nur für das irdische Leben und nicht für die Ewigkeit getraut werden würden.
Trotzdem hielt ich an meiner Entscheidung fest. Als ich am Abend vor der Hochzeit zu Bett ging, begann ich, mich unwohl und krank zu fühlen. Natürlich hatte ich von Bräuten gehört, die kurz vor der Hochzeit in Panik gerieten, und ich glaubte nun, mir ginge es ebenso. Doch leider verging das ungute Gefühl im Laufe der Nacht nicht; je mehr der Morgen heranrückte, desto unerträglicher wurde die innere Spannung. Bilder zuckten mir durch den Sinn, in denen ich mir ausmalte, wie mein zukünftiges Leben ohne die Eheschließung im Tempel verlaufen würde. Ich sah mich allein oder vielleicht auch gar nicht mehr zur Kirche gehen und hatte Angst, daß einer von uns sterben könnte, ehe wir es in den Tempel geschafft hatten.
Völlig aufgelöst und durcheinander suchte ich nur wenige Stunden vor der Hochzeit Rat bei meinem Bischof. Während ich mit ihm sprach und einen Priestertumssegen empfing, bezeugte nur der Geist, daß ich meine Heiratspläne aufgeben sollte. Obwohl es James und auch mir sehr wehtat, sagte ich die Hochzeit ab. Doch trotz meiner Traurigkeit spürte ich einen beruhigenden Einfluß und inneren Frieden.
Während der folgenden 'Tage weinte und betete ich viel und dachte über die Situation und meine nächsten Schritte nach. Mir wurde bewußt, daß ich bei meiner Entscheidung nicht den Herrn an die erste Stelle gerückt hatte, sondern meinen Wunsch nach Heirat. Statt daran zu glauben, daß der Herr mir helfen würde, das rechtschaffene Ziel der ewigen Ehe zu erreichen, hatte ich aufgegeben und mir eingeredet, eine standesamtliche Trauung sei das beste, was ich unter den gegebenen Umständen erreichen konnte.
Ich nahm mir vor, den Herrn an die erste Stelle zu rücken, und betete um Vergebung dafür, daß ich zuwenig Glauben gehabt und mich in die Irre hatte führen lassen. Da spürte ich, wie die Last von mir wich und wie ich innere Kraft gewann. Ich wußte, daß der Herr mir in dieser schwierigen Situation helfen würde, und konnte .sagen: „Dein Wille geschehe”, auch wenn das vielleicht bedeutete, daß ich James nicht heiratete.
Zuerst merkte ich gar nicht, daß James etwas Ähnliches durchmachte. Auch er nahm sich vor, den Herrn an die erste Stelle zu rücken. Es war so schön, zuzuschauen, wie er sich veränderte und würdig in den Augen des Herrn wurde. Kurz danach empfing er das Melchisedekische Priestertum und bat mich, ihn im Washington-Tempel zu heiraten.
Heute sind James und ich in der Gemeinde Stanford in Maine aktiv. Ich bin überglücklich wegen der Segnungen, die der Herr mir geschenkt hat. Und ich bin so dankbar dafür, daß er mehr Einsicht besitzt als ich und wußte, daß die Heirat im Tempel ein realistisches Ziel für mich war.
Patricia E. Mclnnis, April 1997

Wie wir wieder in der Kirche aktiv geworden sind

Es gab einmal eine Zeit, wo meine Frau Ceci und ich nicht regelmäßig zur Kirche gingen. Aber die Kirche fehlte uns doch, und schließlich entschloß ich mich, zu fasten und zu beten, um Gewißheit darüber zu erlangen, oh der himmlische Vater uns wieder in seine Herde aufnehmen würde.
Kurze Zeit später – ich sprach gerade ein Gebet – klingelte es an der Tür. Präsident Plutos, unser Zweigpräsident, war gekommen, um mich als Ratgeber in der Zweigpräsidentschaft zu berufen. Mein Beten war erhört worden, und ich wußte, daß der himmlische Vater mich noch immer wie einen Sohn liebte. Ich spürte auch die Wärme, die nur Gott schenken kann.
Das war der Beginn eines wunderschönen Jahres voller geistiger Segnungen. Wir richteten in unserem Zweig eine Institutsklasse ein, in der das Buch Lehre und Bündnisse durchgenommen wurde. Ceci sagte, sie würde mir helfen, wenn ich daran teilnähme. Ein paar Monate später verließ der Lehrer unseren Zweig, und ich wurde gebeten, seine Aufgabe zu übernehmen.
In einer der Lektionen ging es um die Tempelehe und die stellvertretende Arbeit für die Verstorbenen. Kurz danach träumte ich eines Nachts von meinem Onkel, der vor neunzehn Jahren gestorben war, und von meinem Stiefvater, der auch bereits tot war. Mir war, als ob sie etwas von mir wollten, und ich hatte das Gefühl, als flüstere mir jemand zu, daß ich in den Tempel gehen muß, und daß die Ehesiegelung im 'Tempel ein Gebot Gottes ist.
Als ich aufwachte, kniete ich mich nieder und bat den himmlischen Vater, uns den Tempelbesuch zu gestatten. Und dann um meinen Entschluß schriftlich festzuhalten – nahm ich ein Blatt Papier und schrieb das Gebet auf, das ich gerade gesprochen hatte: „Himmlischer Vater”, so schrieb ich, „wenn es dein Wille ist, dann laß mich bitte mit meiner Frau, Ceci, und meinen Kindern Diego und Adrianita in den Tempel gehen.” Dann weckte ich meine Frau und erzählte ihr, was ich getan hatte. Sie begann zu weinen und umarmte mich. Sie wußte, wie schwer es werden würde, dieses Ziel zu erreichen.
Wir wohnen in Ambato in Ecuador, und der uns nächstgelegene Tempel befindet sich in Lima in Peru, also außerhalb der Landesgrenzen. Für die Reise dorthin würden wir unzählige Formulare ausfüllen, sechsunddreißig Stunden mit dem Bus fahren und materielle Opfer bringen müssen. Außerdem würde es für unsere beiden Kinder, die noch nie verreist waren und denen das Stillsitzen schwerfiel, sehr anstrengend werden. Aber als wir den Patriarchalischen Segen empfingen, wurden wir in unserem Entschluß bestärkt.
Am 20. Mai 1987 standen meine Frau, meine Tochter, mein Sohn und ich endlich vor dem Tempel. Von einem der Türme aus blickte die Statue des Engels Moroni in den Himmel hinauf. Wie glücklich waren wir, als meine Frau und ich die Begabung erhielten und dann unsere Kinder für alle Ewigkeit an uns gesiegelt wurden! Anschließend haben wir für unsere verstorbenen Angehörigen die Tempelarbeit durchgeführt.
Jedesmal, wenn ich daran denke, wünsche ich mir, wieder in den Tempel gehen zu können. Ich bin so dankbar, daß wir die Gelegenheit wahrgenommen haben, diese ewigen Bündnisse zu schließen. Gott hat sein Evangelium, zu dem auch die heiligen Handlungen im Tempel gehören, deshalb wiederhergestellt, weil er uns liebt. Ich weiß, daß Gott lebt.

Vincente Munoz Ulloa, September 1994 

Jemand, der in den Tempel geht

Wer hätte gedacht, daß sich eine Entscheidung, die ich im Alter von elf Jahren traf, auf mein ganzes weiteres Leben auswirken würde?
Damals ging meine Familie nur selten zur Kirche. Doch mein Bruder und ich besuchten die Primarvereinigung. Einmal sagte meine Lehrerin in einer Lektion über die Tempelehe: „Ihr müßt euch jetzt dafür entscheiden, einmal im Tempel zu heiraten. Diese Entscheidung kann nicht warten. Trefft sie heute.” Damals war ich, soweit ich mich erinnern kann, zum ersten Mal vom Geist angerührt, und ich setzte mir tatsächlich am selben Tag noch das Ziel, im Tempel zu heiraten.
Einige Jahre vergingen, und nichts geschah. Ich ging nur selten zur Kirche, aber dachte anders. Ich glaubte daran, daß ich eines Tages in den Tempel gehen würde.
Schließlich begann sich diese Entscheidung auf andere Entscheidungen auszuwirken. Als ich vier-zehn Jahre alt war, sagte ich mir, daß jemand, der in den Tempel gehen wolle, auch beim Seminar mitmachen müsse. Ich sah mich als jemand, der zum Seminar geht.
Meine Freundinnen aus dem Seminar gingen zu den JD-Aktivitäten, also fing auch ich an,
dorthin zu gehen. Ich sagte mir, daß es einem Mädchen, das die Segnungen des Tempels empfangen wolle, bestimmt guttäte, wenn es sich die JD-Auszeichnung verdiene. Es war nicht leicht, weil ich erst so spät in der Kirche aktiv geworden war, aber eine großartige JD-Führungskraft half mir, mir die entsprechenden Ziele zu setzen, um das Fehlende aufzuholen.
Zu meinen Zielen gehörte es auch, einen Monat lang alle Versammlungen der Kirche zu besuchen. Es war gar nicht so einfach, meine Eltern zu bewegen, mich jede Woche zur Kirche zu fahren. Manchmal überredete ich meine kleine Schwester, mitzukommen, damit ich nicht so allein war. Als ich dieses Ziel erreicht hatte, war mir klar, daß ich jemand bin, der zur Kirche geht.
Ich machte Fehler, viele Fehler. Manchmal verließ mich der Mut, und ich befürchtete, mein Traum vom Tempel werde sich niemals erfüllen. Ein liebevoller Bischof leitete mich, erklärte mir die Umkehr und half mir, die Entschlossenheit zu entwickeln, weiterzumachen. Er machte mir erneut bewußt, daß der Tempel jede Anstrengung und jedes Opfer wert war, das von mir verlangt wurde, und wenn es mir noch so schwer fiel
Als ich sechzehn Jahre alt wurde, mußte ich noch mehr Entscheidungen treffen. Einer meiner Sonntagsschullehrer warnte: „Ihr werdet nur jemanden heiraten, mit dem ihr vorher ausgegangen seid. Achtet deshalb darauf, daß ihr nur mit jemandem ausgeht, den ihr im Tempel heiraten könnt.” Ich nahm diesen Rat ernst und fragte mich bei jeder Freundschaft: „Ist dies ein Mensch, mit dem ich in den Tempel gehen könnte?” Manchmal täuschte ich mich. Doch ich hielt trotzdem an meinem Plan fest, bis ich den richtigen Mann fand, den ich am richtigen Ort heiraten konnte.
Meine Eltern unterstützten mich in allen Entscheidungen. Mutter und Vater standen mit mir auf dem Podium in der Kapelle, als ich meine JD-Medaille erhielt. Sie waren da, als ich das Seminar abschloß. Sie waren bei mir, als ich meinen Patriarchalischen Segen empfing, und sie unterstützten mich, als ich das Ricks College besuchte.
Sie waren auch beide an dem Tag bei mir, als ich auf die Tempeltür zuschritt. Ich hatte endlich den Punkt erreicht, wo ich in den Tempel gehen und die Segnungen empfangen konnte, von denen ich gehört und auf die ich mich gefreut hatte. Die Statue des Engels Moroni leuchtete in der Morgensonne und schien meine Freude in alle Welt hinauszutragen. Ich küßte meine Eltern zum Abschied und ging dann in den Tempel.
Wenn ich mit der Entscheidung, wo ich heiraten wollte, gewartet hätte, hätte ich es wahrscheinlich nicht übers Herz gebracht, meine Eltern vor der Tür stehen zu lassen und im Tempel zu heiraten. Dann wäre mein Zeugnis vom Evangelium, von der Bedeutung des Tempels und von der Notwendigkeit, ewige Bündnisse zu schließen, nicht fest genug gewesen. Vielleicht hätte ich noch nicht einmal die Möglichkeit gehabt, eine Entscheidung zu treffen. Führer, Bischöfe und Freunde hatten mir geholfen. Meine Familie hatte mich unterstützt. Aber ich hätte es niemals geschafft, wenn ich nicht zuerst den Entschluß gefaßt hätte, später einmal im Tempel zu heiraten
.


Im Tempel erfuhr ich mehr über den Plan, den der himmlische Vater für mich hat. Mir wurde bewußt, daß ich mein Ziel im Grunde noch gar nicht erreicht hatte. Ich hatte nur einen weiteren Schritt getan. Deshalb nahm ich mir an Ort und Stelle vor, meine Tempelbündnisse einzuhalten, wie schwer es mir auch fallen mochte. Ich beschloß, daß ich eines Tages zum himmlischen Vater zurückkehren würde.

Tamara Leatham Bailey

Die Segnungen des Tempels auf der Erde und in Ewigkeit

Als Präsident Gordon B. Hinckley bekannt gab, daß die Kirche beabsichtige, umgehend mehr als dreißig kleine Tempel zu bauen, nahm die Kirche ein Tempelbauprogramm in Angriff, mit dem sie sich auf einem Niveau bewegt, „wie wir es bisher nicht kannten”. Dieses Programm wird laut Präsident Hinckley die Anzahl der Tempel bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf einhundert erhöhen und es den Mitgliedern überall auf der Welt ermöglichen, sich der „krönenden Segnungen des Evangeliums” zu erfreuen. (Siehe Der Stern, Juli 1998, Seite 100 f.)

Die folgenden Zitate von Mitgliedern der Ersten Präsidentschaft und des Kollegiums der Zwölf Apostel machen deutlich, wie wichtig Tempel und Tempelarbeit sind.


Präsident Gordon B. Hinckley: „Wir erleben jetzt ungeheuer wichtige Tage im Werk des Herrn, denn wir befinden uns in einer der bedeutendsten Epochen in der Geschichte der Kirche und des göttlichen Werkes unter seinem Volk. Wir leben – was die Errichtung von Tempeln betrifft – in der bedeutendsten Epoche aller Zeiten.” (,.Errichtung von Tempeln – eine Epoche der Freude", Der Stern, Januar 1986, Seite 47.)
„Jeder Tempel, der von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gebaut wird, ist Ausdruck des Zeugnisses dieses Volkes, daß Gott, unser ewiger Vater, lebt, daß er einen Plan dafür hat, seine Söhne und Töchter in allen Generationen zu segnen, daß sein geliebter Sohn, Jesus der Christus, . . . der Erretter und Erlöser der Welt ist, dessen Sühnopfer die Erfüllung dieses Plans im ewigen Leben all derer ermöglicht, die das Evangelium annehmen und danach leben. Jeder Tempel, sei er groß oder klein, alt oder neu, ist Ausdruck unseres Zeugnisses, daß das Leben jenseits des Grabes so wirklich und gewiß ist wie die Sterblichkeit.... Jede heilige Handlung, die in diesen heiligen Häusern vollzogen wird, ist in ihren Auswirkungen ewig.” („Dies friedvolle Haus Gottes", Der Stern, Juli 1993, Seite 72.)


EINE STÄTTE FÜR DIE SCHLÜSSEL DES PRIESTERTUMS
Präsident Boyd K. Packer: „Wie schon gesagt, sind viele von den Lehren, die sich auf die mehr geistigen Dinge in der Kirche beziehen, besonders auf den Tempel, symbolischer Natur. Wir gebrauchen das Wort Schlüssel sinnbildlich.
Schlüssel der Priestertumsvollmacht bedeutet das Ausmaß der Macht, die dem sterblichen Menschen aus dem Jenseits verliehen ist, damit er auf der Erde im Namen Gottes handeln kann. Die Begriffe siegeln, Schlüssel und Priestertum stehen in enger Beziehung zueinander....
Diese Schlüssel gehören dem Präsidenten der Kirche, dem Propheten, Seher und Offenbarer, und diese heilige Macht ist jetzt in der Kirche vorhanden. Unter denen, die die Bedeutung dieser Vollmacht kennen, wird nichts mit mehr heiliger Scheu betrachtet, nichts sorgsamer gehütet.” („Der heilige Tempel", Der Stern, Juni 1992, Seite 21, 22.)


EINE STÄTTE, WO HEILIGE BÜNDNISSE GESCHLOSSEN WERDEN
Elder Henry B. Eyring:
„Die Heiligen der Letzten Tage sind ein Bundesvolk. Vom Tag der Taufe an und an allen geistigen Marksteinen des Lebens versprechen wir Gott etwas, und Gott verheißt uns etwas.
Gott hält sich immer an die Verheißungen, die er durch seine bevollmächtigten Diener ausspricht; die entscheidende Prüfung unseres Lebens besteht jedoch darin, oh wir mit ihm Bündnisse eingehen und sie dann auch einhalten.” („Zeugen Gottes", Der Stern, Januar 1997, Seite 29.)

Elder L. Tom Perry: ,Wenn jemand die ersten vier Grundsätze des Evangeliums angenommen und über einen gewissen Zeitraum hinweg unter Beweis gestellt hat, daß sein Leben mit den Lehren des Evangeliums übereinstimmt, dann darf er in den Tempel des Herrn gehen und die Begabung empfangen.... Und wer seine eigene Begabung empfangen hat, darf für Zeit und Ewigkeit mit seinem Ehepartner verbunden und an ihn gesiegelt werden....
Wie herrlich sind doch die Lehren, die der Herr seinen Kindern hat zuteil werden lassen, nämlich daß die Großeltern, die Eltern, die Kinder und die Enkelkinder eine einzige große, ewige Familie sein können." („Let Us Go Up to the House of God", Ensign, Mai 1982, Seite 53, 59.)

Eld
er Robert D. Hales: Ein ewiges Band „entsteht nicht einfach infolge der Siegelungsbündnisse, die wir im Tempel schließen. Wie wir uns in diesem Leben verhalten, bestimmt, was wir in der vor uns liegenden Ewigkeit sein werden. Um die Segnung der Siegelung zu erlangen, die der himmlische Vater uns gegeben hat, müssen wir die Gebote halten und uns so verhalten, daß unsere Familie gern in alle Ewigkeit mit uns zusammenleben möchte. Die Beziehungen innerhalb der Familie, die wir hier auf der Erde pflegen, sind wichtig, aber sie gewinnen wegen ihrer Auswirkung auf zukünftige Generationen unserer Familie hier auf der Erde und in der Ewigkeit noch viel mehr an Bedeutung.” („Die ewige Familie", Der Stern, Januar 1997, Seite 62.)

Elder Jeffrey R. Holland:
„Uns gilt die tröstendste aller Verheißungen: Die Kraft, die uns in Rechtschaffenheit miteinander verbindet, ist größer als jede andere Kraft — wirklich jede andere Kraft —, die versuchen sollte, uns auseinanderzureißen. Dies ist die Kraft der Theologie des Bundes und die Macht der heiligen Handlungen des Priestertums. Es ist die Macht des Evangeliums Jesu Christi.” („Things We Have Learned — Together", Ensign, Juni 1986, Seite 32.)


Elder M. Russell Ballard: „Die Führer müssen auch Nachdruck darauf legen, dass alle erwachsenen Mitglieder der Kirche danach streben, würdig zu sein, damit sie die heiligen Handlungen des Tempels empfangen können. Sie sollen ihre Vorfahren ermitteln und für sie die heiligen Handlungen des Tempels vollziehen.
... Die Bündnisse im Haus des Herrn zu schließen und zu halten . . . ist das höchste, sättigende geistige Festmahl des Evangeliums Jesu Christi in diesem Leben; es hat ewige Auswirkungen.” („Sich am Tisch des Herrn laben", Der Stern, Juli 1996, Seite 76, 77.)


EINE STÄTTE DES DIENSTES, DER HEILIGT
Präsident Thomas S. Monson: „Auch wenn uns bei der Ahnenforschung manches Hindernis zeitweise unüberwindbar erscheint, liegt doch nach vielen Schwierigkeiten oft auf Wundersame Weise plötzlich ein klarer Weg vor uns....
Der Prophet Joseph Smith hat verkündet: Alles, was wir für unsere eigene Errettung tun, muß auch für die Errettung unserer Lieben getan werden, denn die Errettung ist für alle gleich.
Wir dürfen nicht müde werden, Gutes zu tun. Wenn wir meinen, unser Beitrag in diesem heiligen Werk sei nur gering und unbedeutend, dürfen wir nicht vergessen, daß ,die Seelen großen Wert in den Augen Gottes' haben (siebe LuB 18:10).... Wenn wir unsere Arbeit mit festem Glauben tun, qualifizieren wir uns für die gewünschten Segnungen.” („Hindernisse, Glaube und Wunder", Der Stern, Juni 1996, Seite 19, 20.)

Elder Russell M. Nelson: „Nach der Kreuzigung diente Jesus in der Geisterwelt, wo er das Missionswerk unter denjenigen, die gestorben waren, ohne vom Evangelium gehört zu haben, in Gang brachte. [Siehe 1. Petrus 4—6; LuB 138:10—37.] Natürlich wird auch von diesen Seelen die Taufe erwartet....
Von den Tagen Adams bis zur Mitte der Zeit wurden heilige Handlungen im Tempel nur für Lebende vollzogen. Verordnungen für die Toten konnte es erst nach dem Sühnopfer und nach dem Wirken des Erretters im Anschluß an seinen Tod geben. [Siehe LuB 138:18-371” („Der Geist des Elija", Der Stern, Januar 1995, Seite 77, 78.)

Elder Richard G. Scott: „Nehmen Sie sich vor, denen zum Segen zu gereichen, die von Ihnen abhängig sind. Auf diese Weise gereichen Sie sich selbst zum Segen....
Der Herr wird Ihnen bei Ihren Bemühungen, Ihren Vorfahren die heiligen Handlungen und Bündnisse zu bringen, helfen und Sie führen...
Durch unser Arbeit im Tempel, die wir mit der Vollmacht des Erretters vollziehen, empfangen unsere Vorfahren die errettenden Verordnungen, die sie zu ewigem Glücklichsein führen." („Erlösung — Frucht der Liebe", Der Stern, Januar 1991, Seite 5, 6.)

Elder Dallin H. Oaks: „Es gibt in Tempelarbeit und Genealogie viel zu tun. Wir müssen die Mitglieder auffordern, gebeterfüllt auszuwählen, was sie gemäß ihren Umständen und gegenwärtigen Berufungen in der Kirche tun können....
Es gilt, Familienorganisationen ins Leben zu rufen, Familienprojekte zu planen, Herzen zu berühren, Gebete zu sprechen, Lehrsätze zu lernen, Kinder zu unterweisen, lebende und verstorbene Angehörige auszumachen, den Tempelschein zu erhalten, den Tempel zu besuchen, Bündnisse einzugehen und heilige Handlungen zu empfangen.” („In Weisheit und Ordnung", Der Stern, Dezember 1989, Seite 23.)


EINE STÄTTE, WO MAN GESEGNET WIRD
Präsident James E. Faust: „Im siebten Glaubensartikel steht, daß wir an die Gaben des Geistes, darunter auch an die Gabe der Heilung, glauben. Das bezieht sich meiner Meinung nach sowohl auf die Heilung des Körpers als auch auf die Heilung des Geistes. Der Geist spricht der Seele Frieden zu....
Der Herr hat uns viele Wege eröffnet, auf denen wir diesen heilenden Einfluß spüren können. Ich bin dankbar, daß der Herr die Tempelarbeit auf der Erde wiederhergestellt hat.... Unsere Tempel sind Heiligtümer, wohin wir gehen können, um viele weltliche Sorgen abzulegen. Ein Tempel ist ein Ort des Friedens und der Gelassenheit. In diesen Heiligtümern ,heilt 'Gott] die gebrochenen Herzen und verbindet ihre schmerzenden Wunden (Siehe Psalm 147:3).” („Geistig gesunden", Der Stern, Juli 1992, Seite 7.)

Elder David B. Haight: „Der Tempel ist ein Ort, an dem der Herr diejenigen, die er erwählt hat, mit Kraft aus der Höhe ausrüstet, einer Kraft, die uns befähigt, unsere Gaben und Fähigkeiten klüger und effektiver zu nutzen, um die Absichten des himmlischen Vaters für uns und diejenigen, die wir liehen, zustande zu bringen....
Kommen Sie würdig und regelmäßig zum Tempel. Das ist nicht nur ein Segen für die Verstorbenen, sondern Sie können in reichem Maße die verheißene persönliche Offenbarung empfangen, die Sie mit Kraft, Erkenntnis, Licht, Schönheit und Wahrheit aus der Höhe segnet, so daß Sie und Ihre Nachkommenschaft zum ewigen Leben geführt werden.” („Kommen Sie zum Haus des Herrn", Der Stern, Juli 1992, Seite 14, 15.)

Elder Joseph B. Wirthlin: „Das Haus des Herrn ist ein Ort, wo wir der Welt entfliehen und unser Leben aus dem Blickwinkel der Ewigkeit betrachten können. Wir können über die Unterweisungen und Bündnisse nachsinnen, die uns helfen, den Erlösungsplan und die unendliche Liebe des himmlischen Vaters zu seinen Kindern deutlicher zu verstehen. Wir können über unsere Beziehung zu Gott, dem ewigen Vater, und zu seinem Sohn Jesus Christus nachsinnen....
Die regelmäßige Tempelarbeit kann uns geistig stark machen. Sie kann im täglichen Leben ein Anker sein, eine Quelle der Weisung, des Schutzes, der Geborgenheit, des Friedens und der Offenbarung.” („Nach dem Guten trachten", Der Stern, Juli 1992, Seite 81.)

Elder Neal A. Maxwell: ,Wenn wir unsere Bündnisse einhalten, schenken sie uns geistige Sicherheit." („Overcome . Even As I Also Overcame", (Ensign., Mai 1987, Seite 71.)
„Die Winde und Stürme sollen ruhig ... auf die gläubigen Mitglieder einpeitschen; sie werden die Welt überwinden und nicht anders herum. Andere mögen schwach werden, aber nicht die Mitglieder! Andere mögen schmollen und zweifeln, aber nicht die Mitglieder! Andere mögen lautstark über den Tempel spotten; die Mitglieder aber kommen leise und in Scharen dorthin, um das Werk desjenigen zu tun, dessen Haus es ist.” („Shine As Lights in the World", Ensign, Mai 1983, Seite 11.)

Mai 1999

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